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Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Brandenburg 2025

Letzte Aktualisierung:

Beim Immobilienkauf in Brandenburg betragen die Nebenkosten 8,5–15,6% des Kaufpreises. Die Grunderwerbsteuer liegt bei 6,5% — einer der höchsten Sätze in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 5,2%). Bei einem Kaufpreis von 300.000 EUR entstehen allein durch Steuern und Pflichtkosten mindestens 25.500 EUR Nebenkosten.

Alle Nebenkosten im Überblick — Rechenbeispiel 300.000 EUR

Beim Immobilienkauf in Brandenburg entstehen neben dem Kaufpreis folgende Nebenkosten. Konkretes Rechenbeispiel für 300.000 EUR Kaufpreis:

KostenartSatzBetrag bei 300.000 EURPflicht?
Grunderwerbsteuer6,5%19.500 EURJa
Notarkosten~1,5%~4.500 EURJa
Grundbucheintragung~0,5%~1.500 EURJa
Maklerprovision (Käuferseite)3,57%~10.710 EURNein (optional)
Gesamt ohne Makler~8,5%~25.500 EUR
Gesamt mit Makler (beidseitig)~15,6%~46.710 EUR

Hinweis Maklerprovision: Seit dem Bestellerprinzip (2020) wird die Courtage bei Wohnimmobilien zwischen Käufer und Verkäufer geteilt — 3,57% je Seite (Gesamt-Courtage 7,14% inkl. MwSt.).

Befreiung von der Grunderwerbsteuer gilt nach § 3 GrEStG bei Käufen unter Ehegatten und direkten Verwandten in gerader Linie (Eltern–Kinder). Der Notar klärt vor der Beurkundung, ob eine Befreiung greift.

Grunderwerbsteuer Brandenburg — Bundesländervergleich

Brandenburg gehört mit 6,5% zu den Bundesländern mit dem höchsten Grunderwerbsteuersatz. Vergleich der Sätze (Stand 2025):

BundeslandGrunderwerbsteuerSteuer bei 300.000 EUR
Bayern3,5%10.500 EUR
Sachsen3,5%10.500 EUR
Hamburg4,5%13.500 EUR
Baden-Württemberg5,0%15.000 EUR
Berlin6,0%18.000 EUR
Brandenburg6,5%19.500 EUR
Nordrhein-Westfalen6,5%19.500 EUR
Thüringen6,5%19.500 EUR

Trotz des hohen Satzes bleibt Brandenburg attraktiv: Ein Haus in Neuruppin kostet Ø 2.680 EUR/m² vs. 4.338 EUR/m² in Berlin. Bei 130 m² Wohnfläche sparen Käufer ca. 214.000 EUR am Kaufpreis — die Mehrbelastung durch die höhere Grunderwerbsteuer ist vergleichsweise gering.

Quelle: Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG), Bundesministerium der Finanzen; Sätze Stand 2025, keine Änderungen für 2025/2026 angekündigt.

Notar- und Grundbuchkosten — Was steckt dahinter?

Notar- und Grundbuchkosten sind gesetzlich geregelt (Gerichts- und Notarkostengesetz, GNotKG) — kein Verhandlungsspielraum, Gebühren werden nach Kaufpreis berechnet.

Notarkosten (~1,5%)

  • Beurkundung des Kaufvertrags (Kerngebühr ~0,8–1,0%)
  • Auflassungsvormerkung im Grundbuch (Käufer-Sicherung)
  • Beglaubigungen und Behördenkorrespondenz
  • Ggf. Grundschuldbestellung bei Bankfinanzierung

Grundbuchkosten (~0,5%)

  • Eigentumeintragung (Umschreibung auf neuen Eigentümer)
  • Eintragung der Grundschuld bei Finanzierung
  • Löschung der Auflassungsvormerkung nach Umschreibung

Gesamtkosten Notar + Grundbuch in der Praxis: 1,8–2,2% des Kaufpreises = ca. 5.400–6.600 EUR bei 300.000 EUR. Der Notar erstellt vorab kostenlos eine Kostenschätzung.

Nebenkosten finanzieren — Was Banken akzeptieren

Kaufnebenkosten werden von den meisten Banken nicht mitfinanziert — sie müssen aus Eigenkapital bezahlt werden. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Finanzierungsplanung:

KaufpreisNebenkosten (8,5%)Empf. Eigenkapital (20% + NK)
200.000 EUR17.000 EUR57.000 EUR
300.000 EUR25.500 EUR85.500 EUR
400.000 EUR34.000 EUR114.000 EUR

Bei sehr guter Bonität bieten einzelne Banken 110%-Finanzierungen an (Kaufpreis plus Nebenkosten) — zu höherem Zinssatz. KfW-Förderprogramme (Klimafreundliches Wohnen, BEG) können die effektive Zinsbelastung senken.

Tipp: Mindestens 10% Eigenkapital für Nebenkosten einplanen — auch bei Vollfinanzierungsangeboten, damit die Monatsrate dauerhaft tragbar bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Brandenburg?

Die Grunderwerbsteuer in Brandenburg beträgt 6,5% des Kaufpreises (Stand 2025) — einer der höchsten Sätze in Deutschland. Zum Vergleich: Bayern und Sachsen erheben nur 3,5%, Berlin 6,0%. Bei einem Kaufpreis von 300.000 EUR fallen in Brandenburg 19.500 EUR Grunderwerbsteuer an. Keine Änderungen für 2025/2026 angekündigt (Quelle: GrEStG, Bundesministerium der Finanzen).

Welche Kaufnebenkosten fallen beim Immobilienkauf in Brandenburg an?

Beim Immobilienkauf in Brandenburg fallen folgende Nebenkosten an: Grunderwerbsteuer 6,5%, Notarkosten ca. 1,5%, Grundbucheintragung ca. 0,5% — Pflichtkosten gesamt ca. 8,5%. Kommt ein Makler hinzu, werden beidseitig je 3,57% fällig. Bei 300.000 EUR Kaufpreis entstehen 25.500 EUR (ohne Makler) oder bis zu 46.710 EUR (mit Makler beidseitig) an Nebenkosten.

Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?

Die meisten Banken finanzieren Kaufnebenkosten nicht mit — sie müssen aus Eigenkapital bezahlt werden. Bei sehr guter Bonität bieten einzelne Banken 110%-Finanzierungen an (Kaufpreis plus Nebenkosten) zu höherem Zinssatz. Empfohlen: mindestens 10% Eigenkapital für die Nebenkosten einplanen, plus 20% des Kaufpreises für günstige Kreditkonditionen.

Wann entfällt die Grunderwerbsteuer in Brandenburg?

Die Grunderwerbsteuer entfällt bei Käufen unter Ehegatten, eingetragenen Lebenspartnern sowie bei Käufen zwischen direkten Verwandten in gerader Linie (Eltern–Kinder, Großeltern–Enkel) nach § 3 GrEStG. Auch in bestimmten Erbfällen und Schenkungen kann Befreiung gelten. Der Notar klärt die steuerliche Einordnung vor der Beurkundung kostenlos.